• „Treff 55 plus“ besucht das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn

„Treff 55 plus“ besucht das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn

von Franz Thier

24.112014

Über 30 Interessierte der Gruppe Kultur trafen sich am Dienstagmorgen in Stadtlohn, um mehr über die Sterbebegleitung in einem Hospiz zu erfahren. Die engagierte Leiterin  Frau Rieke Liesmann begrüßte die Teilnehmer und führte sie zunächst in den Gesprächsraum. Hier erläuterte sie den Hospizgedanken und die Arbeit und Aufgaben in diesem Haus.
Das Elisabeth-Hospiz in Stadtlohn ist ein stationäres Hospiz mit christlicher Grundhaltung und steht Gästen – es wird bewusst der Begriff Patient vermieden – jeder Konfession und Weltanschauung offen. Hier werden Menschen aufgenommen, die aufgrund einer fortschreitenden, unheilbaren Krankheit nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben und die in ihrem familiären Umfeld nicht mehr betreut werden können. Dabei wird der Tagesablauf durch die Bedürfnisse der Gäste bestimmt. Die Mitarbeiterinnen nehmen sich Zeit, auf die persönlichen Wünsche einzugehen und beziehen die Familienangehörigen mit ein. Dafür stehen neun unterschiedliche Zimmer zur Verfügung.
Frau Liesmann erzählte mit großer Sensibilität von Erfahrungen im Umgang mit ihren Gästen, die durchschnittlich ca.30 Tage im Hospiz bleiben. Ziel ist dabei die Erhaltung der Lebensqualität basierend auf bestmögliche Beschwerdelinderung. Möglich ist dies nur durch gute Zusammenarbeit der Pflegenden mit Ärzten, psychosozialen Fachkräften und ehrenamtlichen Helfern.
Wie kann man solche Belastungen als Pflegender aushalten? Der Umgang mit den Menschen im Hospiz verlangt viel, aber er gibt auch viel, so erläuterte Frau Liesmann. Dass sie ihre Berufung hier gefunden hat, glaubt man ihr nach den Ausführungen.
Deutlich wurde im Gespräch auch die Notwendigkeit, das palliative Angebot auszubauen und andere Einrichtungen wie Pflegeheime, Krankenhäuser sowie Angehörige besser mit einzubeziehen.
Mit einer Führung durch ein Gästezimmer, den Raum der Stille und helle Flure entließ Frau Liesmann nachdenkliche Besucher.


  • Besuch auf der Burg Bentheim

Besuch auf der Burg Bentheim

von: Franz Thier

21.10.2014

Interessierte der Gruppe „Treff 55 plus – Kultur“ trafen sich im Oktober zu einer historische Führung auf der Burg Bentheim. Die frühmittelalterliche Höhenburg auf einem Ausläufer des Teutoburger Waldes gilt als eine der größten und schönsten Burganlagen Nordwestdeutschlands. Die Führerin begrüßte die Gäste am Burgtor und erläuterte zunächst die Entstehung der Festungsanlage um 1000 n. Chr. und der ältesten Kirche im Innern der Burg. Während der Führung über den Bergfried und weitere mittelalterliche Verteidigungsanlagen erzählte sie von der wechselvollen Geschichte der Burg und Grafschaft.  Der Weg führte vorbei am “Herrgott von Bentheim“ einem Segnungskreuz aus dem 11. – 13. Jahrhundert und einem der ältesten Zeugnissen christlichen Lebens in unserer Gegend. Die Gruppe gelangte dann in die „Kronenburg“, dem Palas der Burg, einem prunkvollen Gebäude wieder aufgebaut im Stil des Historismus mit einem kleinen Museum. Zum Schluss erzählte die Führerin die Sage von der Entstehung der Burg, bei der auch der Teufel im Spiel war und dabei ein Ohr auf dem Bentheimer Sandstein nahe der Burg verloren haben soll

 

 

 

 

… über die „grüne Grenze“

Foto: Franz Thier
Foto: Franz Thier
Foto: Franz Thier
Foto: Franz Thier
Foto: Franz Thier
Foto: Franz Thier

von: Franz Thier

19.08.2014

Über 30 Interessierte der „Gruppe Treff 55 plus – Kultur“ trafen sich an der Haarmühle, um mit Clemens August Brüggemann eine kleine Wanderung durch das deutsch-niederländische Grenzgebiet zu unternehmen.Zunächst erläuterte Herr Brüggemann die wechselvolle Geschichte der Mühle an der Aa, die bis in das Jahr 1188 reicht. Interessant war dann zugleich der Werdegang vom einfachen Bauernhof zum heutigen Ausflugslokal Haarmühle. Der Inhaber führte uns dann durch die bewaldete Landschaft bis zum Grenzverlauf, wo natürlich einige Geschichten von Schmugglern und Zöllnern zum Schmunzeln anregten. Über eine Brücke, ehemals für Zöllner angelegt (Commiezenbrug), gelangte die Gruppe in das Naturschutzgebiet „Witte Venn“. Herr Brüggemann führte die Besucher weiter durch eine schon blühende Heidelandschaft und Waldgebiete der Grenzregion und erklärte immer wieder an Haltepunkten gekonnt und spannend erzählt Einzelheiten zur Geschichte und Natur. Vorbei an Hügelgräbern aus dem Mittelalter und dem „Galgenbülten“ mit nachgebautem Schafott endete der Rundgang wieder an der alten Mühle. Mit einem gekonnten Gedichtvortrag verabschiedete sich Herr Brüggemann, indem er  die Eigenarten – aber insbesondere die Gemeinsamkeiten unserer Region beiderseits der Grenze hervorhob.

 

 

 

 

Treff 55+ besucht ein kleines Paradies in den Baumbergen

Begrüßung im ehemaligen Schulhof
Begrüßung im ehemaligen Schulhof
Erläuterung zum Bild 'Arche Noah'
Erläuterung zum Bild 'Arche Noah'
so beginnt ein Werk
so beginnt ein Werk
im Skulpturengarten
im Skulpturengarten

von: Franz Thier

17.06.2014

Versteckt hinter mannshohen Büschen liegt eine alte Landschule auf dem Coesfelder Berg bei Billerbeck, Wohnsitz und Werkstatt der Künstlerin Mechthild Amman mit ihrem Mann. Hier traf sich die Gruppe „Treff 55+ Kultur“ zu einer Führung. Frau Amman öffnete für die Gäste ihr Haus, führte die Gruppe durch ihr Werk-Atelier und erläuterte einige großformatige Bilder, die besonders durch ihre leuchtenden Farben und ihre Symbolik beeindruckten.

Werke wie „Arche Noah“ und „Der achte Tag“ machen auch ihr Anliegen deutlich, nämlich die Verantwortung des Menschen für die Umwelt zum Ausdruck zu bringen. Besonders interessant waren dabei die vielfältigen Materialien, mit denen Frau Amman arbeitet, angefangen von verschiedenen Maltechniken über Arbeiten mit Holz, Stein und Beton.

Ein weiterer Höhepunkt war dann die Führung durch ihren selbst angelegten weitgehend naturbelassenen Garten, in dem sie zahlreiche Skulpturen eingearbeitet hat. Diese Kunstwerke werden oft außerdem von Vögeln und Insekten als Wohnung in Besitz genommen. Frau Amman gelang es schnell, die Aufmerksamkeit der Besucher durch ihre Erzählungen und Erlebnisse mit Tieren in ihrem Garten zu fesseln und zeigte authentisch, dass ein verantwortlicher Umgang mit Tierwelt und Natur im Einklang möglich und eigentlich dringend notwendig ist.


  • Historischer Stadtrundgang durch Coesfeld

Historischer Stadtrundgang durch Coesfeld

 

Die Gruppe „Treff 55 plus Kultur“ traf sich vor dem Rathaus in Coesfeld zu einer Führung durch die Geschichte unserer Nachbarstadt

Frau Birgit Jagnov führte uns zunächst in die Gründungszeit des Ortes um 800 nach Chr. Danach findet sich die erste schriftliche Erwähnung Coesfelds in Altfrieds Lebensbeschreibung des heiligen Ludgerus, der auf dem Weg von seiner Abtei in Essen/Werden nach Münster am Abend vor seinem Tod, dem 26. März 809, in der St.-Lamberti-Kirche in Coesfeld gepredigt haben soll. Frau Jagnov ging bei der anschließenden Führung durch die Kirche besonders auf das Coesfelder Kreuz ein. Der Corpus des im 14. Jahrhundert von einem unbekannten Künstler geschaffenen Kruzifixes ist aus Walnussholz geschnitzt. Darin untergebracht ist eine Kreuzreliquie, so dass das Coesfelder Kreuz schon früh als „wundertätig“ galt und zum Ziel von Wallfahrten wurde.

Die Stadt ist geprägt durch eine lange und wechselvolle Geschichte, die vielfältige Spuren hinterlassen hat. So ist die „Jesuitenkirche“ mit ihrem einzigartigen Barockaltar Zeugnis der Gegenreformation im 17. Jahrhundert.

Der Rundgang führte weiter vorbei an den ehemaligen Befestigungsanlagen der Stadt zum Pulverturm, wo im Mittelalter Menschen der Hexerei angeklagt und auch hingerichtet wurden.

Den Abschluss bildete der Besuch der alten jüdischen Synagoge, die in Coesfeld nicht zerstört wurde und heute der evangelischen Freikirche gehört.

Wieder am Rathaus angekommen, bedankte sich die Gruppe bei Frau Jagnow, die gekonnt und locker durch die Historie von Coesfeld führte.

 

Mit dem Burgkastellan durch das historische Gemen

  • Mit dem Burgkastellan durch das historische Gemen

 

Am Dienstag, 15. April 2014, trafen sich ca. 30 Interessierte der „Gruppe Treff 55 plus – Kultur“ an der Wasserburg Gemen zu einer historische Führung

Herbert Helling, der Burgkastellan, führte stellvertretend für den nicht anwesenden Grafen die Ahauser Besucher zunächst in die unwegsamen Niederungen der Bocholter Aa und gedanklich in die Zeit der Burggründung zurück.

Schon 962 wird die Wasserburg urkundlich erwähnt. Die damalige Besitzerin Mathilde konnte ihre Abstammung bis auf Herzog Widukind zurückführen.

Die Geschichte der Herren von Gemen war seit dem 12. Jahrhundert von ständigen Auseinandersetzungen mit den Fürstbischöfen von Münster geprägt. Es gelang ihnen aber nicht nur ihre Reichsunmittelbarkeit zu bewahren, sondern sie stiegen zu einem der wichtigsten westfälischen Adelsgeschlechter auf.

Beeindruckend war dann die Führung durch die gut erhaltene Ringburg  mit ihren ausgedehnten Räumlichkeiten. Das Wasserschloss wurde 1946 vom Grafen Landsberg-Velen an das Bistum Münster verpachtet und ist heute eine Jugendbildungsstätte.

Der Rundgang führte weiter durch die Freiheit der Burg. Hier waren die Wohnstätten der Burgmänner, der Bediensteten, der Handwerker und Ackerbürger. Sie bildete einen eigenen, schon 1273 erwähnten Gerichtsbezirk.

Die Führung endete dann in der katholischen Kirche. Nach den Wirren der Reformation wurde in der Freiheit Gemen 1719- 1721 ein Franziskanerkloster mit einer Kirche im barocken Stil errichtet.

Die Besucher bedankten sich über die interessant und sehr informativ gestaltete Führung  mit immer wieder eingebauten launigen Geschichten beim Burgkastellan Herbert Helling.

 

 

 

Zu zweit doppelt gut

Die Kulturgruppe vom Treff 55+ war sich einig: Eine Führung mit den zwei Nachtwächtern Hermann Volmer und Franz Thier (oben v.l.) war doppelt so gut.
Die Kulturgruppe vom Treff 55+ war sich einig: Eine Führung mit den zwei Nachtwächtern Hermann Volmer und Franz Thier (oben v.l.) war doppelt so gut.

von: Klaus Buschmeier

Eine Stadtführung mit Nachtwächter der besonderen Art unternahm die Kulturgruppe vom Treff 55+. Nicht nur dass die Führung am Vormittag stattfand, wie die meisten Unternehmungen der Gruppe, sondern sie wurde auch von den beiden ehrenamtlichen Nachtwächtern Hermann Volmer und Franz Thier gemeinsam durchgeführt.
„Es ist ein Versuch“, so Hermann Volmer auf Westmünsterländer Platt, „wenn es Ihnen gefällt, sagen Sie es weiter, wenn nicht, behalten Sie es für sich.“
„Wir beide machen es eigentlich abwechselnd“, so Volmer lachend weiter, „aber es gibt schon einen Unterschied. Wenn der Franz das macht, dann ist das historisch belegt, was er erzählt. Ich erzähle auch schon mal Döönekes.“
Die Aufgaben des Nachtwächters waren vielfältig, wie die Gruppe erfuhr, vom Schließen der Stadttore über die Nacht- und Brandwache bis zum Aufgreifen und Festsetzen von fremden Personen im Stadtgebiet während der Nacht. Auch bei dem Stadtbrand 1863 hätten sie mit der Tröte und lauten Rufen die Ahauser geweckt. Allein geholfen hat es nicht viel, weil die bautechnischen Voraussetzungen und die löschtechnischen Mittel damals die verheerende Ausbreitung des Feuers nicht verhindern konnten.
Obwohl die Nachtwächter eine nützliche, ja gewissermaßen sogar eine hoheitlich polizeiliche Funktion hatten, war ihr Beruf bei den Ahauser Bürgern schlecht angesehen und noch schlechter bezahlt. Es war kein ehrenhafter Beruf. Sie gehörten zum „Prüttvolk“, wie auch die Totengräber, Abdecker und Scharfrichter.
„Es war unter Androhung von Strafe verboten“, so Franz Thier beim Gang durch das „Drietsträötken“,einer Gasse zwischen Markt- und Wallstraße, „jeglichen Unrat auf die Straße zu werfen, aber die Leute schauten nicht einmal aus dem Fenster, bevor sie ihr Nachtgeschirr möglichst weit zum Nachbarn hinüber entleerten. Deshalb trugen die Nachtwächter immer eine breitkrempige Kopfbedeckung.“
Auch die Geschichte des Ahauser Schlosses nahm einen breiten Raum ein. Anfangs als Motte, eine Frühform einer mittelalterlichen Befestigung, gebaut, wurde es von den Fürstbischöfen von Münster zu einem Jagdschloss in seiner heutigen Form umgebaut. Nach einem mehrfachen Besitzerwechsel – zwischenzeitlich als Tabakfabrik der Firma Oldenkott genutzt und im 2. Weltkrieg total ausgebrannt – ging das Schloss in den Besitz des damaligen Kreises Ahaus über und ist heute Sitz der Technischen Akademie Ahaus.
Am Schluss waren sich die Teilnehmer einig: Mit zwei Nachtwächtern war die Führung doppelt so gut und sie werden sie auf jeden Fall weiterempfehlen. Auch kamen sie gerne der Bitte der beiden nach, zum Abschluss etwas für einen humanitären Zweck zu spenden.

 

 

„Treff 55+“ besuchte die Synagoge in Enschede

  • „Treff 55+“ besuchte die Synagoge in Enschede

Von: Franz Thier

 

„Willkommen in der schönen und prächtigen Synagoge von Enschede!“ so hieß es am Dienstag, 21. Januar, für ca. 60 Ahauser, die der Einladung von „Treff 55+ – Kultur“ gefolgt waren.  In zwei Gruppen wurde den Besuchern während einer einstündigen Führung die wohl größte Synagoge Westeuropas nahe gebracht.

Die Synagoge in Enschede mit einer jüdischen Schule und einem rituellen Badehaus wurde von dem Architekten de Bazel entworfen und 1928 im orientalischen Stil errichtet. Auch die Inneneinrichtung ist – trotz der bewegten Geschichte nahezu komplett erhalten geblieben. Die zahlreichen Mosaike und bleiverglasten Fenster geben zahlreiche Hinweise auf die jüdische Kultur und den jüdischen Glauben.

Der Abschluss fand bei einer Tasse „Koffee“ im gemütlichen Besucherraum statt.  Hier im koscheren Synagogencafe befindet sich auch ein Geschenkeshop mit verschiedenen auch religiösen Artikeln und Bücher.

Die Synagoge ist jeden Sonntag und Mittwoch von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.