Mike Powelz im Treff 55+ Mehr als eine Dichterlesung

Foto: R. Stephan
Foto: R. Stephan



Wer einen Krimi oder eine beschauliche Weihnachtsgeschichte erwartete, der irrte. Der in Ahaus geborene Mike Powelz las aus seinem Roman "Die Flockenleserin", einem Roman um ein Hospiz, 12 Menschen und einen Mörder. Und dies genau in dieser Reihenfolge: Das Leben im Hospiz liegt ihm dabei besonders am Herzen, auch wenn es die Vorbereitung zum Sterben ist. "Über Schwangerschaft und Geburt sind hunderte Bücher und Berichte geschrieben, der Tod - ein genauso wichtiger Teil des Lebens - wird verdrängt", so Mike Powelz, "darüber wird ungern gesprochen und geschrieben."

Mike Powelz verarbeitet in seinem Roman seine persönliche Geschichte. Gemeinsam mit seiner Mutter hat er seinen Vater im Hospiz begleitet und auch nach dessen Tod noch lange Zeit für seinen Roman recherchiert. Dadurch erlebt der Zuhörer und der Leser ganz unmittelbar das Leben im Hospiz in einer Dichtigkeit, die einem nahe geht. Der Bericht über das tägliche Miteinander der 12 Kranken mit ihren Eigenheiten, die sie im Hospiz im Gegenteil zum Pflegeheim oder dem eigenen Zuhause hier noch einmal ausleben dürfen, ging unter die Haut.

Dass dies authentisch ist, beweisen die Fotos, die Mike Powelz begleitend zu seiner Lesung von den Personen zeigt, die ihm als Vorlage für seine Protagonisten dienten. Dies berührt, weil es so sehr persönlich ist, aber immer pietätvoll und niemals verletzend. So bringt Mike Powelz das Thema "Sterben" dem Zuhörer und Leser ohne falsche Scheu sehr nahe.

"Die Flockenleserin" kommt am 9. Dezember als Taschenbuch auf den Markt. Es ist ebenso als E?Book und als Hörbuch erhältlich.

 

 

Am Ende des Weges - Bestattungskulturen im Wandel

Am Ende des Weges - Bestattungskulturen im Wandel

von: Maria Schnell

Das war das Thema beim Treff 55 +, wozu Sybille Großmann, Stadt Ahaus und Angelika Litmeier von der Freiwilligenagentur handfest in die Villa van Delden eingeladen hatten.


Reinhold Benning von der Friedhofsverwaltung der Stadt Ahaus und Winfried Pomberg, Bestatter, berichteten über das oben genannte Thema.

Bei dem Verlust eines geliebten Menschen gerät der Alltag der nächsten Hinterbliebenen aus dem Rhythmus. Trauer, Emotionen und Ängste machen sich breit und gleichzeitig stellen sich viele Fragen hinsichtlich der Bestattung des Verstorbenen. Innerhalb kurzer Zeit müssen notwendige Entscheidungen getroffen werden. Da ist es sehr hilfreich, wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten eine Bestattungsverfügung verfasst hat und die Angehörigen Gewissheit haben, dass die Form der Grabwahl sowie die des Bestattungsrituals den Wünschen des Verstorbenen gerecht werden.

Während des sehr interessanten wechselseitigen Vortrags der beiden Referenten stellten sich bei den Zuhörern weitere vielfältige Fragen zu dem Thema, die aufschlussreich beantwortet wurden.

Eine prominente Frage der Referenten an die Zuhörer war: Welche Form der Bestattung würden Sie für sich wünschen, zunächst einmal ungeachtet aller gesetzlichen Vorschriften?

Eine der nachfolgenden möglichen Bestattungsformen sollte angekreuzt werden.

Mögliche Bestattungsformen:

  • übliches Sarggrab auf einem Friedhof

  • übliches Urnengrab auf einem Friedhof

  • pflegefreie Beisetzungsform außerhalb eines Friedhofs

  • pflegefreie Beisetzungsform auf einem Friedhof

  • Urne zuhause, im eigenen Garten

  • anonyme Beisetzung

  • Seebestattung

  • weiß nicht, keine Angabe.

Mehr als 50% der Besucher kreuzten „pflegefreie Beisetzungsform auf einem Friedhof“ an.

Insbesondere wurde informiert über das neue Bestattungsgesetz in NRW, über die Bestattungsformen und -kosten sowie über eine mögliche Bestattungsvorsorge. Darüber hinaus erhielten die Besucher einen Einblick in die Friedhofsentwicklungsplanung der Stadt Ahaus.

Nähere Informationen über örtliche Bestattungs-Rechtsgrundlagen, Friedhofssatzung und Gebührensatzung sind zu erhalten bei der Stadtverwaltung Ahaus.

Informationen zur Bestattungsverfügung, Bestattungsform und Bestattungsvorsorge, sowie individuelle Beratungen sind bei den Bestattungsinstituten erhältlich.




Behandlungsmöglichkeiten der Osteopathie

Fotos: R. Stephan
Fotos: R. Stephan

Zur ersten Veranstaltung von treff 55+ nach der Sommerpause hatten Angelika Litmeier und Sybille Großmann Karsten Weßling vom Osteopathiezentrum Ahaus eingeladen.
Wieder einmal war der Raum in der Villa van Delden überfüllt.
Engagiert und sehr gut verständlich referierte Karsten Weßling über die Möglichkeiten und Grenzen der osteopathischen Medizin.
Das osteopathische Konzept wurde 1885 erstmalig von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still vorgestellt.
Wörtlich übersetzt bedeutet Osteopathie "Der krankhafte Knochen“. Allerdings sucht die Osteopathie Ursachen von Beschwerden in allen Teilbereichen des Körpers, also auch in Muskeln, Sehnen und Organen. Sie alle hängen direkt oder indirekt zusammen.
Man kann den Organismus als eine Waage sehen, der versucht, Kräften und Veränderungen, die auf sie einwirken, in Balance zu bringen. Gelingt ihm das nicht mehr, wird er krank. Die Osteopathie versucht, den aus der Balance geratenen Körper wieder auszugleichen.
Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die ohne Apparate, Spritzen und Medikamente auskommt.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten macht sich der Osteopath zunächst ein Bild von der Erkrankung. Er sucht nach Ursachen für die Beschwerden und versucht diese Ursachen zu beseitigen mit dem Ziel einer dauerhaften Linderung.
Bei der Behandlung ertastet er mit den Fingern Gewebespannungen im Körper. Durch gezielte Griffe versucht er, diese Blockaden zu lösen und damit Bewegung und Funktion wieder herzustellen.
Osteopathie kann in allen Bereichen der Medizin erfolgreich angewendet werden.
Von "Kopf bis Fuß" erläuterte Weßling anhand von Fallbeispielen aus seiner Praxis sehr anschaulich die Arbeitsweise in der osteopathischen Medizin. Er gab außerdem Tipps für eine gesunde Lebensführung.
Migräne, Halsschmerzen, Herzbeschwerden, Blasen-, Nieren- und Schulterprobleme, Burn out Syndrom sind nur einige Krankheiten des Arbeitsgebiet.
Zahlreiche seiner Patienten kommen mit Rückenbeschwerden, für die es laut K. Weßling sehr viele unterschiedliche Ursachen gibt.
Am Ende der Veranstaltung stand er noch für persönliche Gespräche zur Verfügung. Die Teilnehmer der Veranstaltung fühlten sich gut informiert und waren sich darüber einig, dass Sybille Großmann und Angelika Litmeier wieder einmal ein sehr interessantes Thema aufgegriffen hatten.

 

Älterwerden im Wandel

Älterwerden im Wandel


Was haben Nina Hagen und Jogi Löw gemeinsam?
Sie gehören beide zur Generation der Baby Boomer.
Damit begann Michael Hillen, Diplom  Gerontologe aus Gronau,  seinen Vortrag beim monatlichen Treff 55+.
Unter "Babyboomern" versteht man die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1950 und 1966, die nun allmählich ins Rentenalter kommen. Während ihrer Lebenszeit hat sich ein radikaler Wertewandel vollzogen  und die Definition des Alters nahm eine geradezu revolutionäre Wendung.
Ihr  Selbstverständnis, ihren Lebensstil und ihre  Bedürfnisse stellte Hillen der traditionellen Altengeneration gegenüber.
Weiterhin führte er aus, welche  Auswirkung die derzeitige demografische Entwicklung auf die Versorgung bei eintretender Pflegebedürftigkeit hat.
Das Leben der Traditionellen Altengeneration war u.a. geprägt durch gemeinsames Zusammenleben mehrerer Generationen, lebenslange Ehe und biologische Elternschaft.
Zu ihren Werten gehörten große Werthaltung gegenüber der Arbeit (Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.), Autoritätsrespekt, Kontinuität, Loyalität zu Staat und Kirche sowie Pflichtbewusstsein und Sparsamkeit.
Die Babyboomer wuchsen in einer Phase des Friedens und des Wohlstands auf und verfügten über eine gute Bildung.
Die herrschende Hochkonjunktur sorgte für Arbeitsplätze, es war ausreichend Geld für Konsum vorhanden, sie konnten ein unbeschwertes Leben führen.
Autonomie im Denken, eigene Erfahrungen machen und sich von den Eltern abgrenzen, der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Weltveränderung gehörte zum Leben genauso wie eine eigene Jugendkultur und Mode und die Enttabuisierung von Sex.
Neue Produkte kamen in rasantem Tempo auf den Markt, so dass lebenslanges Lernen erforderlich ist.
Die Rolle der Frau änderte sich grundlegend, neue Lebensformen wurden selbstverständlich, das traditionelle Familienbild löste sich auf. Späte Elternschaft und Brüche im Leben sind ein weiteres Kennzeichen der Babyboomergeneration.
Ab  1970  ist die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland stark rückläufig. (Pillenknick) In jedem Jahr sinkt die Bevölkerung um eine Stadt wie Kassel, der Anteil der alten Menschen steigt.
Durch die gleichzeitige Steigerung der Lebenserwartung wächst die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit.
Der Anteil der Demenzerkrankungen steigt mit wachsendem Alter.
Nur noch bis 2030 werden pflegebedürftige Menschen auf ausgeprägte Familienpflege und Pflegeressourcen zurück- greifen können.
Während die Anzahl der Pflegeplätze im Jahr 2000  ca. 60000 betrug, erwartet man für das Jahr 2050 einen Bedarf von 1,2 Millionen. Dabei sinkt das Potential pflegender Angehöriger.
Pflege wird nicht mehr finanzierbar.
Neue Modelle müssen gefunden werden. So gibt der Staat beispielsweise finanzielle Anreize, um die häusliche Versorgung und die Tagespflege zu stärken. Auch  werden  Demenzkranke  beim Pflegegeld berücksichtigt.
Ein guter neuer Ansatz ist die quartierbezogene Versorgung mit differenzierten Angeboten, die einen längeren Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang würde die Lebenszeit in Pflegeheimen immer kürzer und stärker palliativ ausgerichtet.
Ausgehend von der geschichtlichen Entwicklung diskutierten die Teilnehmer des Treff 55 + über den Wandel im Alter und den erforderlichen Maßnahmen, die  auch auf politischer Ebene je nach Interessen der Wählerschaft ihren Niederschlag findet.

 

 

„Säure-Basen-Balance, gesund ins Gleichgewicht kommen“

„Säure-Basen-Balance, gesund ins Gleichgewicht kommen“



Das war das Thema beim Treff 55 + zu dem Sybille Großmann, Stadt Ahaus und Angelika Litmeier von der Freiwilligenagentur handfest am 04.06.2014 in die Villa van Delden eingeladen hatten.

Referentin Marie-Luise Nienhaus (Apothekerin) erklärte den Zuhörern, dass für einen gesunden Organismus und körperliches Wohlbefinden ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt wichtig ist. Das Thema ist nicht neu, es drängt sich aber heute zunehmend in den Vordergrund, weil wir von vielen Erkrankungen geplagt werden, auf die die moderne Medizin nicht immer eine Antwort hat. Es ist dieses oft so unkonkrete Unwohlsein, dieses Gefühl von „nicht ganz auf der Höhe sein“, was einen schlapp und abgeschlagen macht, was an uns zehrt. Hier lohnt es sich, einmal zu überprüfen, ob der Säure-Basen-Haushalt im Lot ist.
 
Die Regulation des ph-Wertes (Messzahl des Säure-Basen-Haushaltes) ist eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren von Körperzellen, Muskeln, Enzymen, Bindegewebe (Sehnen und Bänder) und für viele Stoffwechsel-Vorgänge in unserem Körper. Zur Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts verfügt unser Körper  über zahlreiche sogenannte Puffersysteme, um die täglich im Körper anfallenden Säuren zu neutralisieren bzw. auszuscheiden.

Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt, also eine Übersäuerung stellt besondere Anforderungen an den Körper und kann folgende Auswirkungen haben:
•    erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten
•    beeinträchtigte Immunantwort
•    vorzeitiges Altern
•    beeinträchtigte Nierenleistung (saure Stoffwechselprodukte werden nicht ausgeschieden mit der Folge weiterer Übersäuerung).
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Besteht eine Übersäuerung, greift der Körper verstärkt auf seine eigenen Mineralstoffdepots zurück und holt sich zum Beispiel basische Mineralsalze wie Kalium, Magnesium und Calcium aus den Knochen. So kann es zu einem Mangel an lebenswichtigen Mineralien mit entsprechenden negativen Folgen führen. Das Risiko für Osteoporose, Knochenbrüche und Überlastungsschäden kann erhöht sein. Weitere mögliche Folgen: Schmerzen, Muskelverspannungen, Müdigkeit, Leistungsschwäche, depressive Verstimmungen, Kopfschmerzen, Sodbrennen, Magenübersäuerung, Durchblutungsstörungen, Cellulitis und Infektanfälligkeit.

Wie kommt es zur „Übersäuerung“?


Insbesondere durch den Verzehr von säurebildenden Lebensmitteln wie Eiweißprodukten (Fleisch, Fisch, Wurst etc.) und Kohlehydraten (Brot, Nudeln, Reis) werden in unserem Körper Säuren gebildet. Das zugeführte Eiweiß und die Kohlenhydrate sollen durch eine entsprechende Menge an Obst und Gemüse ausgeglichen werden, damit das Verhältnis Säuren zu Basen wieder stimmt.
Neben einer ungesunden Ernährung gibt es noch weitere Faktoren:
•    mangelnde Bewegung an frischer Luft als optimale Versorgung mit Sauerstoff
•    fehlende körperliche Anstrengung verhindert das verstärkte Abatmen von Säuren (Kohlendioxid in der Atemluft) und die verstärkte Säure-Ausscheidung über den Schweiß
•    nicht ausreichendes Trinken behindert die optimale Ausscheidung über die Nieren (Urin), aber auch über die Haut (Schwitzen)
•    eine gestörte Darmflora beeinflusst die Ausscheidung über den Darm.


Das können Sie tun:

Ernährungsumstellung:


Basisbildende Lebensmittel kommen aus dem Bereich der pflanzlichen Kost wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kohl, Salat, Kräuter, Kräutertees.

Viel trinken:

Auf eine ausreichende Trinkmenge von Wasser (wenig Kohlensäure)  und Kräutertees, achten.

Bewegung:


Regelmäßige Bewegung, aber moderat. Spaziergänge im Wald oder eine Fahrt mit dem Fahrrad optimiert die Aufnahme von Sauerstoff, fördert auch die Abatmung von Kohlensäure in Form von Kohlendioxid (CO2).

Stress vermeiden:


Stress vermeiden so gut es geht. Sich weniger ärgern (nicht so oft „sauer“ sein). Positiv denken und möglichst oft lachen.

Säureausscheidung anregen:


Durch regelmäßige körperliche Anstrengung, Saunabesuche und basische Mineralbäder die Säureausscheidung über die Haut unterstützen (hier aber auch Stress vermeiden, nicht zu intensiv bzw. heiß und nicht zu lange).

Leber- und Darmbehandlung:


Leber und Darm sind zwei zentrale Organe im Säure-Base-Haushalt. Eine gesunde Darmflora hilft dem Darm bei der Ausscheidungsarbeit. Die Leber ist das zentrale Entgiftungs- und Stoffwechselorgan des Körpers.
Zur Unterstützung gibt es auch Basen-Pulver für einen gesunden Säure-Basen-Haushalt.
 
Weitere Anregungen und Gesundheitstipps zu diesem Thema sind auch nachzulesen im Ratgeber vom Zentralverband für Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e. V.

http://www.reformhaus.de/files/Ratgeber/Ratgeber_SaeureBasenHH_low_2012.pdf

 

 

Elternunterhalt - Wann müssen die Kinder den Heimaufenthalt zahlen?

Foto: R. Stephan
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Foto: R. Stephan
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Rechtanwalt und Notar Ralf Abbing referierte beim Treff 55+ über das emotional sehr besetzte Thema " Elternunterhalt". Wann müssen Kinder für ihre Eltern zahlen? Der Heimaufenthalt und die Pflege von Angehörigen wird immer teuerer und Beträge von 5.000 € im Monat sind nicht ungewöhnlich. Wann können Leistungsträger auf die Kinder zurückgreifen und in welcher Höhe? Wird auch das Vermögen der Kinder herangezogen?

Herr Abbing führte das Thema ausführlich aus. Zunächst erklärte er, wer wem zum Unterhalt verpflichtet ist. Dies sind Verwandte in gerader Linie (Eltern, Kinder, Enkel), Ehegatten und Lebenspartner. Und in welcher Höhe? An einem Rechenbeispiel mit einem gut verdienendem Unterhaltspflichtigen und seinem mitverdienenden Ehegatten machte er dies deutlich. Und auch die Aufteilung der Lasten auf mehrere Kinder wurde besprochen. Die Kinder haben hohe Freibeträge, bevor sie zum Unterhalt verpflichtet sind. Und das Vermögen der Kinder wird nicht herangezogen. Kein Kind soll durch die Unterhalts­pflicht selber in finanzielle Bedrängnis kommen.

Es ist ein schwieriges Thema mit vielen Facetten. So wurden während des Vortrags viele Fragen der Zuhörer aufgegriffen und beantwortet. Nie zuvor waren die Diskussion und die Fragen und Beiträge der Zuhörer so lebhaft wie bei diesem Thema. Da war es nur positiv, dass es diesmal in der Villa van Delden ein kleinerer Kreis als gewöhnlich war. Deutlich merkte man, wie diese Themen bewegen, weil sie plötzlich und unvermittelt in das Leben eines jeden greifen können.

Ein besonderer Punkt ist die Übertragung von Vermögen, z.B. des Hauses, auf die Kinder. Schenkungen müssen 10 Jahre vor Eintreten der Unterhalts­verpflichtung getätigt sein, wenn Leistungsträger nicht darauf zurückgreifen sollen. Aber was kann alles in den 10 Jahren mit den Kindern geschehen, die dann Eigentümer des Hauses sind. Wenn sie selbst arbeitslos werden und insolvent sind und Hypotheken das Haus belasten? Auch hierbei gibt es viel zu bedenken und abzuwägen.

Es war ein sehr lebhafter und informativer Treff 55+ und viele Teilnehmer werden mit wertvollen Entscheidungshilfen für ihre eigene Zukunft nachdenklich nach Hause gegangen sein. 




Schöne Dinge in Wald und Flur

  • Schöne Dinge in Wald und Flur


Auf Einladung von Sybille Großmann und Angelika Litmeier erlebten fast 100 Besucher des Treffs 55 plus bei herrlichem Sonnenschein einen besonderen Vormittag am „Waldschlösschen“.
Inmitten eines Waldes von Quantwick haben sich  Christiane Niemann und Dirk Beckering dort mit viel Liebe und großem Zeitaufwand ein kleines Paradies erschaffen. Gern teilt Beckering die Freude an diesem herrlichen Stückchen Erde auch mit anderen Menschen und begrüßte die Teilnehmer mit Hornveilchen und Schnittlauch dekorierten Tomatensaft. Anschließend führte er durch den Garten und erläuterte, wie auf 3000 qm zahlreiche Blumen und Pflanzenarten sowie ein Teich harmonisch in das Waldgebiet integriert wurden. Verwunschene kleine Wege und Treppen führen durch das Gebiet. Skulpturen aus Stein, Holz und Blei beleben den Garten und durch ausgefallene  floristische Werkstücke wird die Landschaft ergänzt.
Nach der Führung erwartete die Teilnehmer eine von Christine Niemann zubereitete Bärlauch Suppe, die als kulinarische Köstlichkeit neben den floralen Kunstwerken  gut ankam. Ein Treff zum Entdecken, Genießen und zum Gespräch über die schönen Dinge in Wald und Flur.

 

Studieren ohne Abi - aber nur im Alter

Studieren ohne Abi - aber nur im Alter

 

So lautete das Thema, über das Karin Gövert von der Westfälischen Wilhelms-Universität aktuell im Treff 55+ sprach. Die Referentin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kontaktstelle "Studium im Alter", informierte ca. 50 Besucher/innen sehr umfassend und beantwortete alle Fragen rund um das wissenschaftliche Weiterbildungsangebot der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Dieses Angebot wird inzwischen von ca. 2000 Studierenden, den sogenannten "Gasthörern", wahrgenommen. Davon stammen bisher nur neun aus Ahaus.

 

Ganz druckfrisch, brachte Gövert das Vorlesungsverzeichnis "Studium im Alter" mit,  für die "Gasthörer" noch als Printausgabe erhältlich. Hier finden Studierwillige 200 Veranstaltungen aus allen Fachbereichen, aus denen sie  auswählen können.

 

Vehement trat die Referentin der vielfach vertretenen Auffassung entgegen, dass die alten Studierenden den jüngeren die Plätze in den ohnehin schon überfüllten Hörsälen wegnähmen. Sie und ihre Kollegen haben die Erfahrung gemacht, dass das Miteinander der Generationen für beide Seiten eine Bereicherung ist. Zudem wird in Münster vor Beginn der Veranstaltungen entschieden, welche für die Gasthörer zugänglich sind. Und selbstverständlich zahlen auch sie eine Studiengebühr, die zurzeit bei 125 Euro liegt.

 

Am 27. März ist die Semestereröffnung "Studium im Alter". Anmeldungen zum  Studium sind aber noch bis zum 04. April möglich. Und wer noch nach einer Herausforderung im Alter sucht, kann sich für ein 4-semestriges Zertifikatsstudium "Bürgerschaftliches Engagement in Wissenschaft und Praxis" anmelden.

 

 

Foto: Robert Stephan
Foto: Robert Stephan
Foto: Robert Stephan
Foto: Robert Stephan

„Gute Vorsätze richtig umsetzen“

Von: Maria<Schnell

Moersen Dominik - Coach, Gedächtnisexperte und Jurist - referierte über das oben genannte Thema und präsentierte anschaulich und mit Humor die typischen Verhaltensweisen, wenn es um das Einhalten guter Vorsätze geht.

Der Beginn eines neuen Jahres ist laut Forsa Studie bei ca. 75% der Deutschen, Anlass gute Vorsätze zu fassen. Leider scheitern die meisten, sie in die Tat umzusetzen. Hier zitierte Moersen Erich Kästner: „Der gute Vorsatz ist eine Pferd, das oft gesattelt wird, aber selten geritten wird“. Das sollte uns aber nicht entmutigen, unsere Motivation im  Alltag zu verbessern. Hilfreich sei es, so Moersen, bei einem neuen Vorsatz einen konkreten, detaillierten Plan schriftlich festzulegen mit realistischem Ziel. Es mache wenig Sinn, den Maßstab zu hoch zu setzen, sondern eher gemäßigt und gut erreichbar. Denn es demotiviert, wenn man ein hoch gestecktes Ziel nicht erreicht. Ein gemäßigtes Ziel zu erreichen oder ggf. zu übertreffen ermutigt zum Weitermachen. Vorsicht Falle - die gerne gesuchten Entschuldigungen bei Nichteinhaltung unserer Vorsätze sind bekanntlich oft Ausreden. Diese Falle sollten wir uns nicht selber stellen. Moersen rät: „Keine negative Stimmung aufkommen lassen, einfach anfangen, immer das Ziel im Auge behalten!“

Der Vormittag mit Dominik Moersen war informativ, hilfreich und heiter. Vielen Dank!